Sieht so aus als hätte ich heute mal Zeit am Webmaster Friday teilnehmen. Trifft sich gut, dass es heute ein Thema gibt, zu dem ich auch gut was schreiben kann.
Was ist der Webmaster Friday?
Jeden Donnerstag stellen die Betreiber ein Thema online, zu dem jeder der möchte am darauf folgenden Freitag einen Blogpost schreiben kann. Der Post wird dann auf der Webmaster Friday Homepage verlinkt.
Gerade für neue Blogs ist das eine super Möglichkeit sich einen guten Backlink zu verschaffen und gleichzeitig andere Blogger kennen zu lernen. Zweiteres finde ich für neue Blogger sogar wichtiger. Backlinks kann man sich mit etwas Erfahrung von vielen Seiten holen, aber Kontakte aufbauen ist meiner Meinung nach viel wichtiger. Zudem hat man natürlich gleich ein Thema über das man bloggen kann.
Das heutige Thema ist der Ruf der Suchmaschinenoptimierung.
Zuerst möchte ich erklären, warum Suchmaschinenoptimierung meiner Meinung nach eigentlich keinen schlechten Ruf haben sollte. Danach werde ich auf die spezifischen Fragen, die von Webmaster Friday gestellt wurden, eingehen.
Suchmaschinenoptimierung ist für mich erstmal nichts negatives, sondern etwas sehr positives. Wenn wir keine Suchmaschinenoptimierung machen würden, dann wären Googles Suchergebnisse vermutlich viel weniger relevant. Stellt euch vor ich würde als Titel für diesen Blogpost einfach schreiben “Blogpost Nr. 3 diese Woche”. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass mich so jemand findet, der sich wirklich für den Ruf der Suchmaschinenoptimierung interessiert. Selbst wenn Google erkennt, dass es in meinem Text darum geht, wird wohl keiner in den Suchergebnissen auf meinen Eintrag klicken.
Zudem bin ich der Meinung das Suchmaschinenoptimierung im allgemeinen zu besseren Webseiten führt. So sind es die kleinen Dinge, die oft noch ein oder zwei Positionen in den Suchergebnissen bringen, wie die Verwendung von alt Tags bei Bildern, das Einsetzen von h1, h2, strong und em Tags, das Verwenden von Listen, Reduzierung der Ladezeit der Homepage, usw. Das sind alles Dinge, die im Normalfall einen Mehrwehrt für die Besucher von Webseiten bieten, da die Texte dadurch übersichtlicher, barrierefrei und schneller erreichbar werden.
Ausserdem zwingt uns die Konkurrenz, die durch Suchmaschinenoptimierung entsteht, mehr und besseren Content zu schreiben. Der Umstand neue Links gewinnen zu müssen treibt uns SEOs durch das ganze Internet. Bei meinen Backlink-Aktionen habe ich oft schon neue Ideen für Artikel gefunden und mit Leuten Kontakt geknüpft, die im gleichen Feld arbeiten wie ich. Durchaus auch etwas positives, oder?

Quelle: Peter Corbett @ Flickr.com
Alleine schon der Umstand, dass die Kollegen von Webmaster Friday nach dem Ruf der Suchmaschinenoptimierung fragen, impliziert ja schon, dass es auch eine negative Seite der Suchmaschinenoptimierung gibt. Da ich wie gesagt davon überzeugt bin, das SEO prinzipiell etwas Gutes ist, verwende ich für die negative Seite lieber den Begriff Suchmaschinenspam, oder wenn man das Ganze auf Blogs eingrenzt, den Kommentarspam.
Ich denke das der Ruf der Suchmaschinenoptimierung hauptsächlich durch Kommentarspam ruiniert wird, da der Suchmaschinenspam – dank Google’s tollem Suchalgorithmus – immer weniger in den Suchergebnisseiten gefunden wird, und daher die Sichtbarkeit für Leute die sich darüber ärgern könnten, relativ gering wird.
Unter Kommentarspam leidet hingegen eigentlich jeder der einen Blog betreibt. Für Blogspam gibt es mittlerweile ja auch einige Blackhat SEO Tools, mit denen man den Blogspam komplett automatisch betreiben kann. Ein Horror für jeden Blogbetreiber und einer der Hauptgründe warum heutzutage immer mehr Webseiten Captchas verwenden.
Allerdings möchte ich nicht jegliche Art von Blogkommentaren mit Backlinks verteufeln. Gerade für frische Blogs, wie meinen Takoloko Blog, ist es einfach wichtig, Links zu sammeln und im Web bekannter zu werden. Deshalb bin ich der Meinung, dass ein sinnvoller Kommentar, welcher zur Diskussion beiträgt, oder sogar weitere Informationen zum Thema bietet, unbedingt einen Backlink bekommen sollte. Schließlich ist guter Content das Wichtigste im Internet und wieso sollte man nicht auch was dafür bekommen?
Jetzt möchte ich noch kurz auf die konkreten Fragen von Webmaster Friday eingehen und dann gibt’s noch ein kleines Fazit.
Ist es hinderlich wenn man sich öffentlich mit SEO beschäftigt?
Genau das Gegenteil. Indem man sich öffentlich mit SEO auseinandersetzt, kann man sehr gut neue Kontakte finden, von denen man noch was lernen kann. Man kann neue Theorien aufstellen oder mit anderen diskutieren. Man bekommt Traffic und schafft sich eine Reputation, die auch potentielle Kunden überzeugen kann.
Kann man ausserhalb der Seosphäre einen Blumentopf gewinnen?
Bin mir nicht ganz sicher, was mit dieser Frage gemeint ist, ich werde einfach mal darauf eingehen, was für Erfahrungen ich mit Leuten gemacht habe, denen ich von meiner Arbeit erzählt habe.
Meistens stoße ich auf pure Verwunderung, wenn ich Freunden oder Bekannten davon erzähle, dass meine Seite bei dieser oder jener Suchanfrage auf Platz 1 ist. Oft kriegt man dann auch die Antwort, dass sie dachten, dass die ersten Plätze doch nur für Geld zu haben sind. Anfangs habe ich darüber gelacht, aber eigentlich haben sie ja schon recht. Bei vielen Suchbegriffen steht nämlich die Adsense Werbung an erster Stelle, und dafür muss man tatsächlich bezahlen. Eine weitere Erfahrung, die ich mit nicht-SEOs gemacht habe, ist, dass es sehr vielen Leuten durchaus bewusst ist, wie wichtig es für eine Firma oder ähnliches ist, bei Google weit oben zu stehen.
Gehört SEO für Blogger zum Geschäft?
Jein. Onpage SEO ist wohl etwas mit dem sich jeder Blogger beschäftigen sollte. Was für einen Titel wähle ich? Um was geht es in meinem Text (Keywörter)? Biete ich weiterführende Links zu meinem Artikel an? Das sind Fragen, die sich eigentlich jeder Blogger stellen sollte, und sie sind ein Bestandteil von Suchmaschinenoptimierung. Jedoch gehört das manuelle Aufbauen von Backlinks wohl nicht für jeden Blogger zum Geschäft. Im Prinzip sollte es reichen, guten Content zu schreiben, für den sich die Leute interessieren, dann kommen Backlinks auch von alleine. Allerdings braucht man erstmal Leser, welche selber eine Internetseite betreiben. Wenn niemand deinen Artikel liest, dann wird auch keiner über dich schreiben. Deswegen ist eine gewisse “Grundsichtbarkeit” in den Suchmaschinen schon von nöten. Diese Grundsichtbarkeit lässt sich aber auch ohne manuellen Aufbau erreichen, zum Beispiel durch Trackbacks in den eigenen Artikeln.
Viele Blogger – auch selbsternannte Top-Blogger – schimpfen regelmäßig über “die Seos”? Wodurch kommt der schlechte Ruf zustande? Sind es einzelne schwarze Schafe, die das Image so verhageln? Oder ist es der Grundgedanke, dass man die “objektiven” Google-Ergebnisse manipuliert?
Vermutlich sind es tatsächlich die schwarzen Schafe, welche den Ruf der Suchmaschinenoptimierung schädigen. Meine oben genannten Gründe dafür, warum SEO etwas positives ist, sollte auch Top-Bloggern bekannt sein und wenn sie anderer Meinung sind, dann sind es für mich keine Top-Blogger, weil sie das Internet nicht verstanden haben.
Hmm, Suchergebnisse manipulieren. Mach ich das nicht auch gerade in dem ich einfach einen neuen Text schreibe? Klar, man könnte jetzt sagen, es ist objektiv gesehen gerrecht, dass mein Artikel weit oben bei “Ruf der Suchmaschinenoptimierung” kommt, und bei einem Artikel über Affen ist es objektiv gesehen schlecht, wenn der beim gleichen Suchbegriff eine Top Platzierung bekommt.
Hingegen muss man aber betrachten, dass man bei vielen Keywords ohne die Suchmaschine zu “manipulieren” wohl niemals nach oben kommen wird. Da steht dann ganz oben ein Text von Bild.de mit zwei Absätzen und wenig Inhalt, aber weil Bild.de eine starke Domain ist, kommt er halt ganz oben. Ist es dann nicht besser, wenn ich die Suchergebnisse etwas manipuliere, um meine Seite, die sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt und 10x mehr und besseren Content liefert, nach oben zu bringen?
Deshalb bin ich der Meinung, dass Google selbst entscheiden soll, wann es Manipulation ist, und wann nicht. Dafür haben sie schließlich ihren Algorithmus und ihre Filter für Spam.
Fazit: Suchmaschinenoptimierung mag vielleicht einen schlechten Ruf haben, aber nur weil viele Möchtegern SEOs und Spammer ihren Webspam als Suchmaschinenoptimierung bezeichnen und Leute die sich darüber aufregen zu stark verallgemeinern.